Bei Unfallflucht nach sogenannten Bagatellkollisionen steht häufig die Frage im Mittelpunkt, ob ein Kontakt stattgefunden hat und ob er für den mutmaßlichen Verursacher wahrnehmbar war. Die Unfallanalyse rekonstruiert diesen Ablauf technisch nachvollziehbar und verständlich, vor allem in Zweifelsfällen unterstützt durch Versuchsergebnisse.
Zentrale Prüffragen
- Sind die Schäden an beiden Fahrzeugen miteinander kompatibel?
- Welche Kräfte, Geräusche und Bewegungen waren beim Kontakt zu erwarten?
- Konnte der Anstoß aus Fahrerperspektive bemerkt werden?
- Ggf. welche alternativen Erklärungen sind plausibel?
Wie die Rekonstruktion erfolgt
Aus Fotos, Spuren, Schadengeometrie und gegebenenfalls Fahrversuchen wird der Kollisionsablauf schrittweise rekonstruiert. Dafür werden zunächst die Schäden analysiert und auf Kompatibilität untersucht. Die Erfahrung zeigt hier, dass sich an vielen Fahrzeugen, gerade an exponierten Teilen wie den Stoßfängern Schäden bereits vor dem zu untersuchenden Ereignis befanden, die sich schon darauf auswirken, wie hoch der entstandene Schaden überhaupt ist.
Bei Bedarf werden Wahrnehmbarkeitsfragen durch technische Vergleichsbetrachtungen abgesichert. So lässt sich die subjektive Aussage mit objektiven Befunden abgleichen. Wichtig dabei ist auch, die Perspektive von Zeugen einzunehmen, die den Unfall beobachtet haben wollen.