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Der UDS liefert Daten


Der Unfalldatenspeicher, kurz: UDS- ist ein elektronisches, völlig autarkes Gerät, das nachträglich im Fahrzeug montiert werden kann. Der UDS zeichnet u.a. die Geschwindigkeit des Fahrzeugs, aber auch das Betätigen z.B. von Blinker und Bremse auf. Ferner verfügt der UDS über Sensoren, mit denen die Beschleunigung in Längs- und in Querrichtung zum Fahrzeug gemessen wird. Bei Polizeifahrzeugen wird darüber hinaus erfasst, ob Signalhorn oder Blaulicht in Betrieb waren.

Kapitel des Textes
Aufzeichnungen des UDS
Was kostet der UDS ?
UDS bei der Berliner Polizei
Auch wenn nur in einem der Fahrzeuge, die an einem Verkehrsunfall beteiligt waren, ein UDS eingebaut war, stehen dem Sachverständigen Möglichkeiten der Unfallanalyse offen, von denen er bisher nur träumen konnte. Die Geschwindigkeit des Fahrzeuges kann in den meisten Fällen direkt aus den UDS-Daten abgelesen werden. Einer Aufzeichnung ist z.B. auch zu entnehmen, ob das Fahrzeug beschleunigt, oder ob und wie stark es gebremst wurde. Aus den Beschleunigungswerten ist abzulesen, aus welcher Richtung der Anstoß kam und wie stark er war.

Abbildung UDS Darüber hinaus verfügt jeder UDS über eine integrierte Uhr, so dass der Zeitpunkt des Unfalls festgestellt werden kann. Fahrzeugkennzeichen und Fahrgestellnummer sind im UDS hinterlegt, die Aufzeichnung kann also immer einem ganz bestimmten Fahrzeug zugeordnet werden.

Der UDS zeichnet zwar ständig Daten auf, dauerhaft gespeichert werden Daten jedoch nur unter bestimmten Bedingungen und dann nur über einen Zeitraum von etwa 45 sec: 30 sec vor und 15 sec nach der Kollision. Um einen Unfall zu rekonstruieren reicht das völlig aus. Im Rahmen einer polizeilichen Geschwindigkeitskontrolle ließen sich diese Daten jedoch nicht verwenden.

Für das Auslesen der Daten ist spezielle Software notwendig. Die Daten sind fälschungssicher, Manipulationen werden von der Software erkannt. Die Aufzeichnungen können nur von autorisierten Sachverständigen und Händlern, die den UDS vertreiben, ausgelesen werden. Im Raum Berlin/Brandenburg gibt es zwei Sachverständige, die von der Industrie und Handelskammer Berlin für die Auswertung von Unfalldatenspeichern öffentlich bestellt und vereidigt sind. Der Vertrieb liegt bei der Fa. Kienzle Argo GmbH.
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Aufzeichnungen des UDS

Wie sieht eine UDS-Aufzeichnung eigentlich aus? Das nebenstehende Bild zeigt die Aufzeichnung eines Unfalls, bei dem ein Fußgänger erfasst wurde. Oben im Diagramm ist die Beschleunigung zu sehen, die über der Zeit aufgetragen ist. Die großen Schwankungen bei Sekunde 29 sind auf den Unfall zurückzuführen. Das mittlere Diagramm zeigt die Geschwindigkeit, wie sie direkt vom Tacho gemessen wird. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h wurde nur minimal, um etwa 3 km/h überschritten. Im unteren Diagramm ist zu erkennen, dass im Moment des Anpralls die Bremse betätigt wurde. Dementsprechend fällt im mittleren Diagramm die Geschwindigkeit ab und die magentafarbene Linie im oberen Diagramm zeigt eine negative Beschleunigung, also ein Bremsen.
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Was kostet der UDS ?

Das Gerät kostet inkl. Einbau ungefähr € 800 inkl. MwSt. Die Einbaukosten sind abhängig vom Fahrzeugtyp. Üblicherweise wird der UDS unter dem Beifahrersitz eingebaut. Bei einigen Fahrzeugen wird der UDS auch im Kofferraum oder über Kopf unter der Hutablage montiert.

UDS bei der Berliner Polizei

Sämtliche mittleren Funkstreifenwagen und einige Zivilfahrzeuge der Polizei Berlin sind vom1.4.1997 bis zum 1.4.1998 zunächst probeweise für ein Jahr mit UDS ausgerüstet worden. Der Unfallanalyse Berlin oblag die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung des Großversuches. Das Ergebnis: Der UDS führt dazu, dass vorsichtiger gefahren wird. Die Anzahl der Unfälle bei den mit UDS ausgerüsteten Fahrzeugen und insbesondere die Unfallschwere sind deutlich zurückgegangen. Aufgrund der Ergebnisse werden nunmehr alle neu angeschafften Polizeifahrzeuge in Berlin mit UDS ausgerüstet.
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